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Der Vorgänger des Löwenbräukellers war das Anwesen
des Riesenfeldwirtes. Das ländliche Gasthaus samt
Hofraum und Stallung lag an der Nymphenburgerstraße. |
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Der Wirtsgarten befand sich hinter dem Haus an der
Sandstraße auf dem Weg nach Dachau.
1861 erwarb der damalige Brauer und Eigentümer der
Löwenbrauerei, Ludwig Brey die Nachbarsanwesen vom
"Bierwirt" Nikolaus Naßl und baute 1882/83
den Löwenbräukeller nach den Plänen von Professor
Albert Schmidt. Die feierliche Eröffnung war am 14.
Juni 1883.
Sie bedeutete damals eine Sensation, weil erstmals
"auf dem Keller" Servietten und Tischtuch
ihren Einzug in die Gastronomie hielten und der Gast
nicht mehr genötigt war, seinen Keferloher eigenhändig
in der offenen Brente zu spülen. |
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Vier Regimentsmusikkapellen spielten "unter
außerordentlichem Andrang der Publikums" - so
steht es in der Festschrift. Später, um die
Jahrhundertwende, musizierten weltbekannte
Militärkapellen im Biergarten, man begrüßte unter
stürmischem Jubel die Wiener Deutschmeister und den
amerikanischen Marschkomponisten John Philipp Sousa mit
seinem Orchester.
Seit den etwa 1890 veranstalteten Redouten ist der Saal des Löwenbräukellers eine Hochburg des
Münchener Faschings. Berühmt wurden die Feste der
Gaukler und der Damischen Ritter - letzteres findet
neben den großen Veranstaltungen auch heute noch sein
begeistertes Publikum. |
Die Gesamtkosten für den ersten Löwenbräukeller beliefen sich
auf 413.311,11 Mark, was zu jener Zeit ein sehr ansehnlicher
Betrag war. 1893 und 1894, also bereits 10 Jahre später, wurde
der Keller umgebaut und beträchtlich erweitert. |
Die Planung lag
wieder bei Professor Schmidt. Er arbeitete mit Professor
Friedrich von Thiersch (Erbauer des Justizpalastes) eng
zusammen, der in diesem Falle die Fassade und den Turm gestaltete.
Seit dieser Zeit wird der Stiglmaierplatz (benannt nach dem
Erzgießer Johann Babtist Stiglmaier) von
dem buntem Turm des Löwenbräukellers beherrscht. |
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Das
Wahrzeichen, der ruhende Löwe auf der Terrasse, wurde von
Wilhelm von Rümann modelliert. 1910/11 wurde nochmals ein
Umbau vorgenommen.
Im zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden. Am
17.12.1944 sank der Saal in Schutt und Asche. 1950 wurde der
Saal wieder aufgebaut, wobei die Bühne von der Mitte der
Nordseite zur Westseite verlegt wurde. Im Zuge des weiteren
Ausbaus wurden die Schwemme und die kleinen Säle freundlicher
gestaltet und die Galerie an der Ostseite neu gebaut. |

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1955 war
der Saalteil unter der großen Galerie wieder benutzbar und 1958
diese selbst ihrem ursprünglichem Zweck wieder zugeführt
worden, nachdem sie bis dahin als Behelfsbüro und für die Buchhaltung
gedient hatte. Ebenfalls 1958 wurde die gesamte Fassade
einschließlich des Turmes renoviert.
In der Fastenzeit wird das berühmte Triumphator Starkbier ausgeschenkt; dabei
können sich die starken Männer aus dem Gästekreis des
Löwenbräukellers am Heben des 508 Pfund schweren Steines, den
der legendäre Steyrer Hans einst mit einem Finger lupfte,
beteiligen. |
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Täglich kommen Hunderte von Stammgästen und Besuchern
aus aller Welt, die mit echten Münchner Schmankerln
verköstigt werden. Hunderte von Hektolitern des
süffigen Löwenbräus werden auf echt Münchner Art,
direkt vom Faß, ausgeschenkt. |
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Mehrere kleine Säle und gemütliche Gasträume
ergänzen den Löwenbräukeller, zum Beispiel der
Bennosaal, die Schäfflerstube, und natürlich das
Bräustüberl.
Eine Besonderheit ist der Biergarten unter den großen
Kastanienbäumen mitten in der Stadt. Ein ebenso
erholsamer wie angenehmer Aufenthalt an warmen
Sommertagen, - ein echter Biergartenbetrieb. Hier finden
Münchner-Stammgäste und Besucher aus aller Welt ihre
Erholung von Mühe oder Reise. |
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Eine Neugestaltung des Bräustüberls und mehrerer angrenzender
Räume wurde in den Jahren 1984/85 vorgenommen. In diesem
Zusammenhang erfolgte auch eine vollständige Erneuerung der
Küche des Festsaales.
Bei der Wiederherstellung erfolgte insbesondere eine umfassende
Verbesserung nach heutigen Maßstäben: Bei den vorhandenen
Böden als Parkettböden, bei Wänden, Decken sowie beim Dach in
Stahl- und Stahlbetonkonstruktionen mit Biberschwanzeindeckung.
Die Saaldecken wurden mit untergehängten, stark profilierten
Holzbalken versehen; zur weiteren zeitgemäßen Ausstattung
gehörten unter anderem helligkeitsregulierbare Lüster, eine
moderne Lautsprecheranlage und eine farbliche Neugestaltung des
Saales. Alle Fassaden erhielten einen neuen Anstrich, der Turm
eine neue Bemalung. Der Biergarten wurde bei Erhaltung des alten
Baumbestandes gärtnerisch neu angelegt.
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In der Nacht vom 23. zum 24. Juli 1986 brannte der
Festsaal mit Galerie, Balkon und Bühnenhaus
vollständig aus. An der Wiederherstellung des
Saalbereiches wirkten namhafte Experten - sowohl auf
technischem wie auch auf gestalterischem Gebiet - mit.
Die Koordination sämtlicher Aktivitäten oblag dem
brauereieigenen Baubüro unter der Leitung von Herrn
Dipl.-Ing. Architekt W. Flaschl.
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